
Aktions-Tag 2012
Uniterre feierte zum 11.Mal den internationaler Bauern- und Bäuerinnenkampftag!

Am 17.April, dem Internationalen Kampftag der Bäuerinnen und Bauern, wurde mit symbolischen Aktionen in Genf, Môtier, Laufen und Winterthur der internationale Kampftag begangen.
Es ist für uns jeweils die Gelegenheit unsere Visionen zum Konzept der Ernährungssouveränität erneut zu bekräftigen. Das Konzept vom La Via Campesina beinhaltet das Recht aller Völker, Regionen und Länder, ihre Landwirtschafts- und Ernährungspolitik selber zu bestimmen, ohne anderen damit zu schaden.
Uniterre lädt an diesem Tag Bürgerinnen und Bürger ein, an den symbolischen Aktionen des 17.Aprils teilzunehmen. Dies im Gedenken an das Massaker von 1996, bei dem die brasilianische Militärpolizei neunzehn landlose Bäuerinnen und Bauern, die für Land und Gerechtigkeit gekämpft haben, ermordet hat.
Uniterre, Teil der Europäischen Bewegung für Ernährungssouveränität, nimmt an der Aktionswoche teil. Europaweit finden gleichzeitig Aktionen statt, die dazu aufrufen, das Prinzip der Ernährungssouveränität zu unterstützen. Damit werden alle Kräfte vereint und gestärkt. Gemeinsam wird aufgezeigt, das die Zivilbevölkerung eine klare Meinung darüber hat, wie die Zukunft unserer Ernährungssysteme und die Landwirtschaftspolitik aussehen soll.
Die bäuerlichen Aktionen die am 17.April in Genf, Môtiers, Laufen und Winterthur stattgefunden haben, setzen sich für eine Wertschöpfungskette in Bezug auf die Milchproduktion ein, welche dem Konzept der Ernährungssouveränität entspricht. In Genf und Winterthur, beschäftigen sich die lokalen Kollektive damit, sich für faire Milchpreise einzusetzen und ausserdem stellen sie Projekte vor, wie die Bevölkerung mit fair gehandelten Produkten aus der Region versorgt werden kann.


Text von La Via Campesina März 2012: Stop aux accaparements de terres: La terre est à celles et ceux qui la travaillent! >lire l'appel (französisch)
 
AktionsTag 2011
Winterthur
Gegen 40 Bäuerinnen, Bauern und SympatisantInnen versammelten sich im oberen Graben und übergaben dem Stadtrat, vertreten durch Dr. Matthias Gfeller, einen bunten Strauss von Forderungen für eine zukunftsträchtige städtische Landwirtschafts- und Kulturlandpolitik, unter anderem:
- Kulturland soll für Landwirtschaft und Pünten bewahrt statt zu Baulandreserven, Sportplätzen und illegalen Lagerplätzen zweckentfremdet werden
- Die stadtnahe Nahrungsmittelproduktion soll gefördert werden z.B. mit Unterstützung von Vertragslandwirtschaftsprojekten und Gemeinschaftsgärten, d.h. eine echte lokale Selbstversorgung der Stadt angestrebt werden.
- KonsumentInnen sollen mit einbezogen werden, z.B. mit einem Runden Tisch für Versorgungs- und Ernährungsfragen und eben durch Mitwirkung in Produktions- und Vertriebs-Gemeinschaften und –Netzen
- Mehr Bäuerinnen und Bauern und Gärtnerinnen und Gärtner statt weniger. Uniterre bezog sich dabei auf den Weltagrarbericht und das weltweit verankerte Konzept der Ernährungssouveränität.
Stadtrat Gfeller legte die Sicht der Stadtregierung dar, in der stark die verschiedenen Interessen zum Ausdruck kamen. Er bemerkte aber auch, das mit den tiefen Preisen die Nahrungsmittel viel zu wenig wertgeschätzt werden. Daraufhin entwickelte sich mit den anwesenden PassantInnen und KundgebungsteilnehmerInnen ein lebhaftes und konroverses Gespräch zu den Themen Zahlbarkeit qualitativer Nahrungsmittel, oekologischer Platzierung und Bewirtschaftung der Pünten, Anzahl und Grösse stadteigener Betriebe etc. Anschliessend marschierte die bunte Schar begleitet von einem Schilter-Landwirtschaftsfahrzeug mit Hacke, Setzlingen und Transparenten stadtauswärts nach Stadel, um von Golfplätzen und illegalen Lagerplätzen auf Kulturland sowie den Pünten auf der Deponie Rieteinen Augenschein zu nehmen. Die Betreiberin der Golf-Drivingrange in Stadel lehnte das freundliche Angebot für eine Randbepflanzung aus Salat ab, somit zog der Umzug weiter und pflanzte schliesslich als Ersatz auf einem freistehenden Stück Acker in Wallrüti ein Gemüsebeet. Aufgerufen zum Anlass hat die Zürcher Sektion der Bauerngewerkschaft Uniterre, die sich der Ernährungssouveränität verschrieben hat und dazu eine Volksinitiative lancieren will. Mit dem Anlass begeht Uniterre den internationalen Bauernkampftag und gedenkt damit landlosen BäuerInnen, die vor 15 Jahren von der brasilianischen Militärpolizei ermordet wurden.
Die Bäuerinnen und Bauern von Uniterre sind über den Verlauf der Aktion erfreut, und warten nun gespannt auf die Reaktion des Winterthurer Stadtrats.
>Bilder Aktion Winterthur am 17 April 2011
>Bilder Aktion Genf 17.April
Aktion in Genf am 15. April: Skandal : Die Grossverteiler Coop und Migros hindern die Genfer Konsumenten daran faire regionale Produkte zu kaufen ! >Presse Erklaerung
Treffpunkt: 17 April, 11 Uhr, Oberer Graben-Winterthur
Nimmt Hacke und Setzlingen mit!
AktionsTag 2010
Medienmitteilung- 17. April 2010
Kampf dem Kulturlandverlust – hier und überall!
Wir Bäuerinnen und Bauern der Gewerkschaft Uniterre feiern heute den internationalen Bauernkampftag. Eigentlich ist das kein Grund zum Feiern: Am 17. April 1996 hat die brasilianische Militärpolizei neunzehn landlose Bäuerinnen und Bauern ermordet, die auf der Suche nach einer Lebensgrundlage ein Stück Land besetzt hatten.
Wir möchten heute auf ein globales Problem aufmerksam machen: die Zerstörung von Kulturland. Die wachsenden Städte, Industriezonen und Autobahnen fressen Land, der industrialisierte Anbau ruiniert den Boden, Bergbau und Deponien vergiften ihn. Das übrig bleibende Kulturland ist in den meisten Ländern der Welt extrem ungleich verteilt.
In der Schweiz wird jede Sekunde ein Quadratmeter Land überbaut. Ein grosser Teil davon ist bestes, flaches Ackerland. Die Problematik ist bekannt. Trotzdem geschieht nichts, um den Bodenverschleiss zu stoppen.
Die Zersiedlung ist nicht nur hässlich. Sie bedroht auch unsere Ernährungsgrundlage. Wir haben kein Recht, zu erwarten, dass die Armen dieser Welt unser Essen (und unser Viehfutter) produzieren, während sie selbst hungern. Wir können auch nicht darauf zählen, dass der Weltmarkt uns immer versorgen wird. Der globale Handel mit Lebensmitteln ist nur dank billiger Energie möglich – wie lange noch? Darum ist es wichtig, hier bei uns das bäuerliche Wissen zu bewahren – und den Boden.
Die StadtplanerInnen haben die Ernährung in ihren Plänen vergessen. Sie halten es für selbstverständlich, dass die Regale der Supermärkte immer voll sind. Wir bearbeiten jeden Tag den Boden und wissen, dass das nicht stimmt.
Wir wissen, wie viel Arbeit im Essen steckt.
Die bäuerliche Gewerkschaft Uniterre war bisher nur in der Westschweiz aktiv. Neu gibt es auch Sektionen in Zürich und Basel.
Uniterre unterstützt das Konzept der Ernährungssouveränität.
Uniterre ist gegen Gentechnik, den Einsatz von Hormonen in der Tierhaltung und Patente auf Leben. Wir setzen uns für eine Landwirtschaft ein, die soweit als möglich auf erneuerbaren Ressourcen basiert.
Uniterre unterstützt eine regionale Landwirtschaft, die den ProduzentInnen ein faires Einkommen sichert. Wir fordern eine Mengensteuerung im Milchmarkt statt die Produktion von Überschüssen.
Uniterre glaubt, dass wir mehr Bäuerinnen und Bauern brauchen, nicht weniger. Wir setzen uns für eine nachhaltige Gesellschaft ein, und um dieses Ziel zu erreichen, braucht es jeden Bauernbetrieb. Die bäuerliche Arbeit kann nicht immer weiter rationalisiert werden.
Wir werden heute ein Stück brach liegendes Land in Zürich bepflanzen. Schliessen Sie sich uns an!




In Genf und Bulle: >mehr dazu wissen
Unterschreiben Sie die Petition über Agrotreibstoffe:
>Petition Agrotreibstoffe oder on-line
----------------------------------------
AktionsTag 2009
"Wir brechen das Tabu! Produzentenpreise, Konsumentenpreise"
>Flyer
|